Ein morgendliches Netzwerktreffen führender Münchner Unternehmen zum Thema Innovation. Ein Dienstleister für Innovationsprojekte stellt sein Leistungsportfolio als „Rent a Startup-Service“ im Sinne von Lean StartUp vor:  externe Produktideen werden in Rekordzeit als Prototyp realisiert und auf Markttauglichkeit getestet.

Wie agile Arbeitsweisen von Lean StartUp zum Motor der Innovation werden.

Ich bin beeindruckt: nach dem Vortrag stürmen diverse „Industrielle Goliaths“ in Person von Innovationsmanagern großer, ortsansässiger Technologieunternehmen zu „David“, dem Repräsentanten der kleinen Innovationsagentur und können nicht aufhören im Gespräch zu beteuern, dass Sie genau diese, auf Entwicklungsdynamik von Innovationsteams beruhende, Leistung, benötigen.

Ich staune: wie kann es sein, dass selbst der Vertreter eines Schwergewichts der deutschen Industrie die Unterstützung einer kleinen Beratung für Produktinnovation suchen muss, wo ihm „zu Hause“ mehr als 30Tsd. Forschungs- und Entwicklungsmitarbeiter und über 4 Mrd. € Entwicklungsbudget zur Verfügung stehen?

Tatsächlich wächst der Druck auf Unternehmen, Ihre Innovationsrate zu steigern. Dabei stellt die heutige Wissens- und Informationsgesellschaft alle Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter vor neue Herausforderungen. Wir leben in einem zunehmend komplexen Marktumfeld: neue Technologien, Globalisierung und Öffnen der Märkte, Individualisierung der Kundenzielgruppen – kürzere Produktzyklen, härterer Wettbewerb.

Es gilt, die zunehmende Menge des verfügbaren Wissens, dessen Halbwertszeit sich stetig verkürzt, immer effektiver in wettbewerbsfähigen Angeboten umzuwandeln. Gleichzeitig veraltet funktionales und aufgabenbezogenes Wissen innerhalb weniger Jahre. Die alte Weisheit, dass „Wissen Macht ist“ hat sich längst umformuliert zu „Wissen ist Zukunft“. Es wird viel investiert in Wissensmanagement, Fortbildung, Marktforschung, etc. Doch scheint es, als ob sich zu wenig davon in praktische Erfolge umwandeln lässt.

Was hat also das Lean StartUp, von dem die Großen mehr brauchen?

Auch wenn eine ganze Industrie damit beschäftigt ist, uns Glauben zu machen, dass erfolgreiche StartUps mit  Brillianz, Entschlossenheit, dem perfekten Timing und einem unschlagbaren Produkt unbedingt erfolgreich werden, sind auf diesem Weg vom Tellerwäscher zum Millionär fast alle StartUps stecken geblieben.

Nach zehn Jahren Feldforschung hat Eric Ries, US-Entrepreneur und Begründer der LeanStartUp-Methode, herausgearbeitet, dass ein systematisches Gestalten des Innovationsprozesses letztlich über den Erfolg eines StartUps entscheidet. Dazu gehört:

  • Das Selbstverständnis einer Organisation unter extrem unsicheren Bedingungen, neue innovative Produkte und Dienstleistungen zu schaffen und Fehler zuzulassen
  • Entrepreneurship als Arbeits- und Führungsverständnis zu etablieren
  • Eine experimentelle Arbeitskultur nach dem Prinzip „Bauen. Messen. Lernen.“ zu etablieren, das extrem kurze Lern-Zyklen erlaubt
  • Sich auf Kundenwünsche zu fokussieren (ohne sie danach zu fragen!)
  • Entscheidungen konsequent nach dem Prinzip der Innovationsbilanz zu fällen

Dies zu realisieren erfordert ein komplettes Umdenken in den Arbeitsweisen und der Kultur der etablierten Unternehmen, besonders der „Goliaths“: denn wo gestern noch das Fachwissen eines Einzelnen ausreichte, um eine Innovation voranzutreiben, ist aufgrund der Komplexität heute vernetzte, kollektive und transparent gemachte Intelligenz gefragt.

Eric Ries

Lean Start Up

Die LeanStartUp Methodik ist bereits auf dem Weg in etablierte Unternehmen. Gerade entwickelt GE seine Organisation mithilfe der LeanStartUp-Methodik hinein in diese neue agile Arbeitswelt. Dafür wurden bereits 5.000 Mitarbeiter geschult und mehr als 250 firmeninterne Coachs ausgebildet, die das Gedankengut des Entrepreneurs ins Unternehmen tragen.

Experimentelle Techniken werden genutzt, um neue Produkte zu entwickeln und Prozesse zu verbessern. Dieser dynamische Prozess lässt sich nur im Team gestalten mit der nötigen Portion an „Unternehmungslust“. Dafür findet sich naturgemäß der nötige Spielraum eher bei Startups, die autarke Silo-Arbeitsweisen und bequeme Routinen nicht kennen und sich nicht aus Sicherheitsdenken heraus am bisher Erfolgreichen festhalten müssen.

Lässt sich ein Unternehmen aber erst mal auf den agilen „Try and Error Modus“ ein, traut sich also Fehler zu machen und sie als Potential für neue Lösungen zu verstehen, daraus zu lernen und mit unternehmerischem Geist zu arbeiten, dann findet es die richtigen Antworten im Markt für seine Zukunft. Und gestaltet die Lösungen dafür auch selbst.

Es behält die Sensibilität, Gestaltungskraft und Know How für sein Business in der eigenen Hand. Damit entfällt auch der Bedarf, sich dieses Wissen extern einzukaufen. Sorry „David“!

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